Die inneren Werte zählen
Herzgesundheit kann man lernen.

Worauf man dabei im täglichen Leben besonderen Wert legen soll, ist zwar altbekannt, aber oft auch schnell vergessen.
 
Der Mensch ist die genialste Maschine der Welt, ihr Motor ein Kraftprotz im Kleinformat:
unser Herz!
Mit einem Gewicht von etwa 280 Gramm bei Frauen und durchschnittlich 320 Gramm
bei Männern bringt das Herz in Ruhe Spitzenleistungen von circa 60 Schlägen in der Minute, 4.200 in der Stunde, 100.000 an einem Tag, ungefähr 37 Millionen in einem Jahr und in einem 70-jährigen Leben schlug das Herz schon etwa 2,6 Milliarden Mal.
Ein Schlag dauert 0,8 Sekunden. Frauenherzen schlagen etwas schneller als die der Männer.
In einer Minute pumpt der faustgroße Muskel rund fünf Liter Blut in den Körperkreislauf.
Bei großer Anstrengung kann der Puls auf 150 bis 200 Schläge ansteigen, die umgewälzte
Blutmenge steigt dabei bis auf das Fünffache.
Da kann einem schon heiß werden.
 
Auch wenn dieser starke Motor einiges aushält, braucht er ein gewisses Maß an Wertschätzung
und entsprechende Pflege. Mit einem gesunden Herzen auf die Welt zu kommen ist ein Geschenk.
Ein Herz gesund zu halten, hängt zu großen Teilen von einem selbst ab. Was jeder Einzelne für sich tun kann, ist einerseits simpel und andererseits eine Frage der Disziplin.
"Das beginnt bei der Ernährung, und zwar schon im Kindesalter", erklärt Dr. Stefan Hoschek, Facharzt für Innere Medizin in Zirl, und will damit auf eine gewisse Sensibilisierung der Kinder hinweisen, mit der man ihnen auch Gesundes schmackhaft machen kann:
"ein Stück Obst statt dem Schokoriegel in die Schultasche oder ein belegtes Vollkornjausenbrot mit Frischkäse, Salatgurke und Tomate statt der Wurstsemmel für die große Pause.
Das sind Kleinigkeiten, die auf die Einstellung zu gesunden Ernährung eine große Wirkung haben können. Wir genießen den Vorteil einer großen Auswahl, was sich vielfach auf die Kalorienmenge auswirkt, die wir zu uns nehmen, Sehr gut erkennbar ist dies an den Packungsgrößen beim Lebensmitteleinkauf. Schokolade zu 100 oder 300 Gramm verpackt ist eher die Norm, 50 Gramm-Riegel finden man kaum noch", führ Hoschek unsere herrschende Überernährung vor Augen. "Dazu kommt ein gewisser Mangel an Bewegung, mitunter auch weil Kinder kaum noch zu Fuß gehen. In der Schnelllebigkeit unserer Zeit nutzen Eltern gerne die Erleichterung, ihre Kinder mit dem Auto zu bringen, auch wenn die Strecken kurz genug für einen Fußmarsch wären".
 
Früh übt sich, wer gesund bleiben will
Einen Appell, vor allem an junge Menschen, richtet Hoschek an alle, die durch ihren Lebensstil schon früh ihre Herzgesundheit auf eine harte Probe stellen und damit zu sogenannten Risikopatienten für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden können. "Falsche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, zu viel oder überhaupt Nikotin sind die im täglichen Jargon oft
"kleine Sünden" genannten großen Komponenten, die später Schädigungen der inneren Organe verursachen und damit die vorhandene Leistungskraft des Herzens beeinträchtigen können."
Wenn das Herz einmal geschädigt ist, sind die notwendige Einnahme von Medikamenten oder auch mehr oder weniger große operative Eingriffe vielfach die Folge. Auf den Punkt gebracht nennt Dr. Stefan Hoschek daher drei Säulen, auf denen eine vernünftige Prophylaxe für ein gesundes Herz aufgebaut ist: "Bewegungstherapie, Ernährung und eventuell auch Medikamente sind die Faktoren, die in der Vorbeugung ausschlaggebend sind. Dabei ist vor allem auf Ausgeglichenheit zu achten. Alles in Maßen genossen gibt dem Körper letztlich das, was er braucht. Das gilt sowohl für die Bewegung, beim Sport als auch natürlich für die Ernährung. Fettarmes Fleisch zwei- bis dreimal in der Woche oder andere Sorten von Eiweiß durch den Konsum von Fisch und Milchprodukten sowie auch Soja sind zu empfehlen sowie der Genuss von gesunden Ölen wie Oliven-, Raps-, Maiskeim- oder auch Fischöl", bringt der Internist ein paar Ansätze für gesunde Ernährung zur Aufzählung. Zudem weist Hoschek auf das persönliche Stressmanagement hin, um zusätzliche Folgeerkrankungen vorzubeugen:
"Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auch Auslöser für psychische Probleme sein. Die Folge können dann auch in manchen Fällen Depression und Angstzustände sein."
 
Vorsorge ist die beste Medizin
Einen prophylaktischen Check rät Dr. Stefan Hoschek auch Menschen die problemfrei sind.
Bei starken Rauchern oder Zuckerkranken schon ab 35 Jahren - ist es ratsam, zur medizinischen Vorsorgeuntersuchung zu kommen. Diese umfasst meist eine umfangreiche Laboruntersuchung, eine Lungenfunktionsuntersuchung, einen Ultraschall der Halsschlagadern, Schilddrüse, Bauchorgane sowie des Herzens. Zusätzlich zeigt ein Belastungs-EKG einen eventuell beginnenden Bluthochdruck oder Herzmuskelminderdurchblutung unter Belastung. Beginnender Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Nikotinkonsum und erhöhte Blutzuckerwerte sind er Nährboden für Ablagerungen in den Blutgefäßen, die in der Folge zum Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Bei einer Ultraschalluntersuchung des Herzens können die Herzkraft und die Herzklappen beurteilt werden. Eine Narbe in den Herzwänden kann auf einen bereits durchgemachten Herzinfarkt hinweisen. Früh genug erkannt, kann hier gezielt durch Lebensstiländerung als auch mit geringer medikamentöser Therapie gegengesteuert werden", erklärt der Mediziner.
 
Starker Partner für schwaches Herz
Tiroler Herzverband leistet wertvolle Präventionsarbeit

Die Wichtigkeit von Prävention hat sich vor allem auch der Österreichische Herzverband zu Herzen genommen. Das betrifft zum einen Herz-Risikopersonen, die nicht wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko zu einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, und junge Menschen, die durch ihren Lebensstil Gefahr laufen, früh zu Herzpatienten zu werden, sowie Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Der Präsident des Tiroler Landesverbandes, Roland
Weißensteiner, sagt dazu: "Vor wenigen Jahrzehnten fiel der Herzpatient nach der Entlassung aus der Reha-Klinik meist in ein gewisses Loch. Er wusste zwar, dass er am Lebensstil etwas zu ändern hatte: Bewegung, Essen, Stressmanagement etc. Aber er wusste vielfach nicht wie. Und vor allem: Im Alleingang sanken Motivation und Durchhaltevermögen massiv." Ein wichtiger Kern der Aktivitäten des Tiroler Herzverbandes sind die koronaren Sportgruppen. zudem konzentriert sich der Österreichische Herzverband auch auf weitere Schwerpunkte, die entsprechend der Entwicklung der Gesundheitszene wichtig und sinnvoll geworden sind.
 
"In Form von Herzsportgruppen in jedem Bezirk wollen wir bereits Betroffenen helfen, mit ihrer Krankheit leben zu lernen. Durch die wöchentlichen Aktivitäten wie Wandern, Koronarturnen mit Schwerpunkt Beweglichkeit, Ausdauer- und Entspannungsübungen, autogenes Training, Radfahren und vieles mehr gemeinsam mit geschulten Therapeuten unter fachärztlicher Aufsicht und Kontrolle erreicht der Patient nicht nur eine Verbesserung seiner Lebensqualität, sondern trägt alles zu einer Lebensverlängerung bei. Der Herzpatient hat zudem die Möglichkeit zu einem wöchentlichen Arztgespräch. dies macht uns sicher, dass der Patient unter dauernder Kontrolle eines Facharztes für Innere Medizin oder Kardiologen steht", erklärt Roland Weißsteiner und betont:
"Wir sind überzeugt, dass wir im Rahmen unserer ehrenamtlichen Arbeit für die Menschen dieses Landes viel Positives bewirken und damit auch für die Volksgesundheit einen wertvollen Beitrag leisten können." Der Tiroler Herzverband besteht seit mittlerweile 20 Jahren und zählt mehr als 2.500 Mitglieder in Tirol. Weitere Informationen im Internet unter www.herzverband-tirol.at

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